Ratten und Rattensicherung: Mythen und Fakten, die Sie kennen sollten

Ratten und Rattensicherung: Mythen und Fakten, die Sie kennen sollten

Ratten gehören zu den am meisten gefürchteten Schädlingen in der Schweiz – und das aus gutem Grund. Sie können Gebäude beschädigen, Krankheiten übertragen und ein erhebliches Unbehagen verursachen. Trotzdem kursieren viele Mythen darüber, wie man sie am besten fernhält oder bekämpft. In diesem Artikel räumen wir mit den häufigsten Irrtümern auf und erklären, was Sie über Rattensicherung in Schweizer Haushalten wissen sollten.
Mythos 1: „Ratten kommen nur, wenn es schmutzig ist“
Dieser Mythos hält sich hartnäckig. In Wahrheit spielt Sauberkeit nur eine untergeordnete Rolle. Ratten suchen nach Nahrung, Wasser und Unterschlupf – und das finden sie fast überall. Ein undichtes Abwasserrohr, ein offener Gully oder ein Spalt im Fundament reichen aus, damit sie ins Haus gelangen, selbst wenn es blitzsauber ist.
Fakt: Auch gepflegte und saubere Gebäude können Rattenbefall bekommen, wenn das Abwassersystem beschädigt oder unzureichend gesichert ist. Eine regelmässige Kontrolle durch einen Sanitär- oder Kanalreinigungsbetrieb ist daher ebenso wichtig wie gute Hygiene.
Mythos 2: „Man darf Rattengift einfach selbst einsetzen“
In der Schweiz dürfen Rattengifte (Rodentizide) nur von Fachpersonen mit entsprechender Bewilligung eingesetzt werden. Der unsachgemässe Gebrauch kann Haustiere, Wildtiere und die Umwelt gefährden – und im schlimmsten Fall Resistenzen bei Ratten fördern.
Fakt: Wenn Sie Ratten oder Spuren von ihnen entdecken, sollten Sie sich an Ihre Gemeinde oder an eine professionelle Schädlingsbekämpfungsfirma wenden. Diese beurteilen die Situation und setzen, falls nötig, zugelassene Mittel gezielt ein. Sie selbst dürfen Fallen aufstellen, aber keine Giftköder verwenden.
Mythos 3: „Ratten können nicht durch die Toilette kommen“
Leider doch. Ratten sind ausgezeichnete Schwimmer und können sich durch Abwasserrohre bis in Toiletten vorarbeiten, wenn keine Rückstau- oder Rattensperre installiert ist. Das ist zwar selten, aber möglich – besonders in älteren Gebäuden mit alten Leitungen.
Fakt: Eine Rattensperre im Abwasserrohr ist eine wirksame und in der Schweiz empfohlene Massnahme, um Ratten aus dem öffentlichen Kanalnetz fernzuhalten. Sie sollte von einem Sanitärfachmann eingebaut und regelmässig überprüft werden.
Mythos 4: „Ratten leben nur in der Kanalisation“
Die Kanalisation ist ein beliebter Aufenthaltsort, aber längst nicht der einzige. Ratten bauen auch Nester unter Terrassen, in Komposthaufen, Gartenhäusern oder auf Dachböden, wenn sie Zugang finden. Sie sind äusserst anpassungsfähig und überleben fast überall, wo es Nahrung und Wasser gibt.
Fakt: Achten Sie auf Anzeichen wie Löcher im Boden, Nagespuren, Kot oder schmierige Laufspuren entlang von Wänden. Diese Hinweise deuten darauf hin, dass sich Ratten ausserhalb der Kanalisation angesiedelt haben.
Mythos 5: „Eine Katze hält Ratten fern“
Katzen sind gute Mäusefänger, aber Ratten sind grösser, stärker und oft aggressiver. Nur wenige Katzen wagen sich an ausgewachsene Ratten heran. Eine Katze kann Ratten vielleicht kurzfristig abschrecken, löst das Problem aber nicht dauerhaft.
Fakt: Die wirksamste Vorbeugung besteht darin, Zugänge und Nahrungsquellen zu beseitigen – nicht darin, sich auf Haustiere als natürliche Bekämpfer zu verlassen.
So sichern Sie Ihr Zuhause gegen Ratten
Vorbeugung ist einfacher und günstiger als Bekämpfung. Folgende Massnahmen helfen, Ihr Haus oder Ihre Wohnung zu schützen:
- Kontrollieren Sie die Abwasserleitungen: Lassen Sie Ihr System von einem Fachbetrieb prüfen und gegebenenfalls eine Rattensperre einbauen.
- Halten Sie Gullys und Abflüsse intakt: Alle Deckel und Roste sollten dicht schliessen.
- Vermeiden Sie Futterquellen im Garten: Entfernen Sie heruntergefallenes Obst, Vogelfutterreste und Kompost, der Nahrungsreste enthält.
- Dichten Sie Öffnungen ab: Selbst kleine Spalten in Mauern, Fundamenten oder um Leitungen können Ratten Zutritt verschaffen.
- Lagern Sie Abfall sicher: Verwenden Sie geschlossene Abfallbehälter und stellen Sie keine Säcke offen auf den Boden.
Was tun, wenn Sie eine Ratte sehen?
Wenn Sie eine Ratte oder Spuren von Ratten bemerken, informieren Sie umgehend Ihre Gemeinde oder einen Schädlingsbekämpfer. Viele Gemeinden in der Schweiz bieten Unterstützung oder vermitteln Fachbetriebe. Eine schnelle Reaktion verhindert, dass sich der Befall ausbreitet.
Versuchen Sie nicht, Ratten mit Gift oder Hausmitteln selbst zu bekämpfen. Das kann das Problem verschlimmern und andere Tiere gefährden.
Mythen können teuer werden
Viele Rattenprobleme entstehen, weil Hausbesitzer glauben, sie seien besser geschützt, als sie tatsächlich sind. Mythen wie „Das passiert mir nicht“ oder „Meine Katze kümmert sich darum“ führen oft zu teuren Schäden und Gesundheitsrisiken. Wer die Fakten kennt und vorbeugend handelt, schützt nicht nur sein Zuhause, sondern auch die Nachbarschaft.
Ratten sind Teil des städtischen Ökosystems – aber sie gehören nicht in unsere Häuser. Mit Wissen, Vorsicht und richtiger Rattensicherung können Sie Ihr Heim schützen und unliebsame Überraschungen vermeiden.










